DIE RETTUNG DER HÜNDIN HITA

Die Rettung der Hündin Hita – von Carolina aufgeschrieben

Vergangene Woche wurde ich von einem ehrenamtlichen Mitarbeiter des Tierheims von Alcalá angerufen. Er fütterte seit 2 Monaten eine verletzte Hündin in einem Dorf der Provinz Guadalajara, ca. 100 km von Madrid entfernt. In den Hals der Hündin hatte sich ein eisernes Kettenhalsband eingewachsen und die offene Wunde sah von Tag zu Tag schlimmer aus. Der junge Mann hatte die Hündin zwar erst vor 2 Monaten entdeckt, aber man erzählte ihm, dass sie schon seit dem Sommer so herumlief. Sie liess sich von niemandem anfassen und war nur noch ein Knochengerüst. Die Leute vom TH Alcalá versuchten viele Male vergeblich, sie einzufangen. Dann hörten sie davon, dass die ALBA -„Einfangexperten“, die Brüder José Luis und Santi, vergangenen Woche eine Galga eingefangen hatten, hinter der schon einige andere Tierschutzvereine wochenlang her gewesen waren und nichts erreicht hatten. Inzwischen hat sich nämlich in ganz Madrid herumgesprochen, wie gut die Lebendfalle der ALBA und die dazugehörige unendliche Geduld und Geschicklichkeit der Brüder Garcia beim Einfangern ängstlicher Hunde funktionieren und wir haben schon eine Warteliste von Notfällen!
Gestern, am Samstag, luden José Luis und Santi also wieder die von José entworfene und gebaute Lebendfalle in den ALBA-Transporter ( sie ist sehr gross) und fuhren Richtung Hita los ( so heisst das Dorf, in dem die Hündin streunte). Sie verbrachten den ganzen Tag und warteten vergeblich, hinter Gestrüpp getarnt, auf die weisse Hündin. Endlich, gegen 8 Uhr abends, tauchte sie auf und ging, vom Hunger getrieben, in die Lebendfalle. Als die Falle zuschlug, bekam sie totale Panik und sprang verzweifelt gegen die Gitterwände. Es war nicht einfach für die Brüder, ihr ein Beruhigungsmittel zu spritzen, aber nach einigen Versuchen schafften sie es und erschöpft schlief die Hündin ein.
Im Tierheim warteten José, Mónica, Antonio und ich auf sie. Die eingewachsene Kette musste so schnell wie möglich aufgeschnitten und der Hündin ein Schmerzmittel verabreicht werden.
Wie Ihr auf dem Foto erkennen könnt, ist sie ein Galgo-Mix, obwohl man ihr die Ohren und den Schwanz abgeschnitten hat, was sie sehr entstellt..
Sie muss die Wunde am Hals schon seit einigen Monaten gehabt haben und sie sitzt am hinteren Teil des Halses. Es sieht fast so aus, als hätte man sie z.B.an ein Auto gebunden und sie da hinterher geschleift. Die Wunde ist so tief, dass mehrere Hautschichten zerstört sind und sie ihr Leben lang Beschwerden haben wird, zumindest immer ein starkes Ziehen, wenn sie den Kopf bewegt. José schnitt die Kette durch und ich rasierte das Fell um die Wunde herum ab, um sie gründlich auswaschen zu können. Ich hatte grosse Mühe, all die Reste von Stroh, Sand, Krusten etc. herauszuwaschen. Dann spritzten wir ihr ein Antibiotikum und schmerz- und entzündungshemmende Mittel.. Die Arme gab keinen Laut von sich.
Obwohl sie grosse Angst hatte, machte sie keinen Versuch zu beissen. Das könnt Ihr auch auf den Fotos sehen. Meine Hand ist direkt neben ihrem Maul. Hita ist höchstens 2 Jahre alt. Zwei Jahre entsetzlicher Qualen, Hilflosigkeit und Einsamkeit. Aber zwei junge Männer in roten ALBA-Jacken haben dem nun ein Ende gesetzt. Sie verbrachten den ganzen Samstag mit geduldigem Warten, bis Hita endlich in die Lebendfalle ging. Jetzt beginnt ein neues Leben für sie als ALBA-Hund.

Carolina

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